Historische Trommel
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Die Geschichte der
„Historischen Trommel“ von 1848

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Es sind nun viele Jahre vergangen seit die „Historische Trommel“ im Revolutionsjahr 1848 von dem Dauborner Phil.Wilhelm Knapp, einem Bauer und Branntweinbrenner, wie es in seinem Stammbaum heißt, in Wiesbaden vor dem Herzogsschloß geschlagen wurde. Knapp befand sich wahrscheinlich mit den Daubornern unter den 30.000 Menschen, die am Samstag, den 4. März 1848 in Wiesbaden vor dem Stadtschloss, dem heutigen Sitz des Hessischen Landtages, eine große Volksversammlung zur Durchsetzung der in die Geschichte eingegangenen „9 Forderungen der Nassauer“ abhielten.-Phil.Wilhelm Knapp wurde in Dauborn am 7.6. 1811 geboren und starb daselbst am 11.8.1896. Im Volksmund wurde er der „Tambourmajor“ genannt. Die Angaben zur Person machte sein Urenkel, der im Jahre 1985 verstorbene Altbürgermeister Reinhold Knapp.

Zur „Historischen Trommel“ selbst ist zu sagen, dass ihre Herkunft im Dunkeln liegt. Sie ist nach 1848 noch einmal zu einem historischen Anlaß in Erscheinung getreten und zwar am 2. September 1870, als die Depesche von dem Sieg bei Sedan und der Gefangennahme des französischen Kaisers Napoleon III. an die Tür des damaligen Postamtes in der Langstraße 20 (Heute Haus Lore Weber), angeschlagen wurde. Wieder rührte Phil.Wilhelm Knapp die „Historische Trommel“ und holte die Dauborner zur 1. „Sedansfeier“ zusammen, einer Angelegenheit, die einer gewissen Pikanterie nicht entbehrt. Die 48er Revolution mit dem Ziel zur Beseitigung der Monarchie lag gerade 22 Jahre zurück. Bei ihr wurde „revolutionär“ getrommelt und nun, die Nassauer waren 1866 königlich-preußisch geworden, schlug der einstige Revolutionär die Trommel zur Ehre des Königs von Preußen, seinem neuen Landesherren.

Nach diesem Ereignis führte die Trommel ein unbeachtetes Dasein auf „Diesterwegs“ Saalspeicher, heute Gasthaus „Zur Post“. Der ursprünglich vorhandene Kupferkessel wurde im 1. Weltkrieg der Metallsammlung für Kriegzwecke zugeführt.

Als nach dem 1. Weltkrieg der Spielmannszug des Turnvereins neu aufgebaut wurde und erstmals mit Großer Trommel und Becken ausgerüstet werden sollte, Geld aber nach der Inflation von 1923 sehr knapp war, kam der damalige Stabführer Alwin Pfeiffer auf die Idee, die „Historische Trommel“ sozusagen als Ersatzpauke zu verwenden. Um dies zu erreichen war viel ehrenamtliche Arbeit notwendig. Ferdinand Schüler, Schwiegervater von Adolf Föller, schuf einen neuen Messingkessel. Adolf Keller unterzog die alten Holzreifen eine gründlichen Reinigung und lackierte sie. Gemeinsam mit seinem Freund Alwin Pfeiffer baute dann Adolf Keller die Trommel zusammen und beim Sängerfest 1926 konnte sie zum erstenmal zu den Klängen des „Fehrbelliner Reitermarsches“ gespielt werden. Erster „Paukenschläger“ war Willi Hohly, wie alte Bilder bezeugen.

Nach der Anschaffung einer „richtigen“ Großen Trommel, etwa 1930, wurde die „Historische Trommel“ nicht mehr benutzt. Alwin Pfeiffer rettete sie über den 2. Weltkrieg und mit dem Neuaufbau des Spielmannszuges ab 1947/48, trat auch die „Historische Trommel“ ab 1952 als „Ersatzkesselpauke“ bei der Aufführung von Fanfarenmärschen in Erscheinung. Lothar Frenz hatte eigens einen Ständer für diese Art der Kesselpauke angefertigt. Als dann 1955 die richtigen Kesselpauken angeschafft wurden, hatte die „Historische Trommel“ endgültig ausgedient und wurde seit dieser Zeit, 30 Jahre lang von Ernst Pfeiffer aufbewahrt.

Dieser hat es auch unternommen für die 1200 Jahrfeier von Dauborn die Trommel wieder spielbar zu machen. In mühevoller, sehr zeitaufwendiger Arbeit wurde die Trommel vollkommen auseinander genommen, der Kessel mehrmals poliert und zum Schutz mit einem Speziallack versehen. Die alten Holzreifen wurden in den ehemaligen 48er Farben schwarz - rot - gold neu lackiert. Felle und Spannstrick, durch das Alter brüchig geworden, mussten erneuert werden. Die Lederschlaufen zum spannen der Trommel wurden mit Lederfett geschmeidig gemacht, neu geschwärzt und zum Schluss mit schwarzer Schuhcreme auf Hochglanz gebracht. Beim Zusammenbau half Helmut Heublein, der die 10 m lange Spannschnur mit Kraft und Geschick einzog, und die Trommel spannte. Erich Scheid stellte fachmännischen Rat und die Schuhschwärze zur Verfügung. Lothar Jäger war ein hilfreicher Mäzen, der für die Materialkosten aufkam. Allen Helfern herzlichen Dank!

Der Vollständigkeit halber soll hier erwähnt werden, dass sich an der „Historischen Trommel“ an Originalteilen noch die beiden Holzreifen und die Lederspanner befinden. Beides aus der Zeit von vor 1848.